Der Zwischenzustand

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Der Zwischenzustand ist der Zustand, in dem sich die Toten bis zur Auferstehung des Leibes befinden. Je nach Auslegung einschlĂ€giger Schriftstellen haben Christen unterschiedliche Ansichten ĂŒber das Wesen dieses Zwischenzustands. Manche Stellen sprechen dafĂŒr, dass die Toten diesen Zustand bewusst erleben, andere dafĂŒr, dass ihr Bewusstsein erloschen ist. Die Weltweite Kirche Gottes glaubt, dass beide Ansichten respektiert werden sollten. (Jesaja 14,9-10; Hesekiel 32,21; Lukas 16,19-31; 23,43; 2. Korinther 5,1-8; Philipper 1,21-24; Offenbarung 6,9-11; Psalm 6,6; 88,11-13; 115,17; Prediger 3,19-21; 9,5.10; Jesaja 38,18; Johannes 11,11-14; 1. Thessalonicher 4,13-14).

Wie steht es mit dem „Zwischenzustand“?

In der Vergangenheit vertraten wir gewöhnlich eine dogmatische Haltung in Bezug auf den so genannten „Zwischenzustand“, das heisst, ob eine Person zwischen Tod und Auferstehung unbewusst oder bewusst ist. Aber wir wissen es nicht. WĂ€hrend der ganzen christlichen Geschichte war die Meinung der Mehrheit, dass der Mensch nach dem Tode bewusst bei Gott ist oder bewusst Bestrafung erleidet. Die Meinung der Minderheit ist als „Seelenschlaf“ bekannt.

Wenn wir die Schrift untersuchen, sehen wir, dass das Neue Testament keine bekrĂ€ftigende Betrachtung ĂŒber den Zwischenzustand anbietet. Es gibt einige Verse, die anzudeuten scheinen, dass Menschen nach dem Tode unbewusst sind, sowie auch einige Verse, die anzudeuten scheinen, dass Menschen nach dem Tode bewusst sind.

Die meisten von uns sind mit Versen vertraut, die den Tod mit dem Begriff „Schlaf“ beschreiben, wie jene im Buch Prediger und in den Psalmen. Diese Verse sind aus einer phĂ€nomenologischen Perspektive geschrieben. Anders ausgedrĂŒckt, wenn man auf das physische PhĂ€nomen eines toten Körpers schaut, scheint es, dass der Körper schlĂ€ft. In solchen Abschnitten ist Schlaf ein Bild fĂŒr den Tod, das sich auf das Aussehen des Körpers bezieht. Wenn wir jedoch solche Verse wie MatthĂ€us 27,52, Johannes 11,11 und Apostelgeschichte 13,36 lesen, scheint es, dass der Tod buchstĂ€blich mit „Schlaf“ gleichgesetzt wird – auch wenn sich die Autoren bewusst waren, dass es einen bedeutenden Unterschied zwischen Tod und Schlaf gibt.

Wir sollten jedoch auch den Versen ernste Beachtung schenken, die auf Bewusstsein nach dem Tode hindeuten. In 2. Korinther 5,1-10 scheint Paulus mit den Worten „unbekleidet“ in Vers 4 und als „daheim sein beim Herrn“ in Vers 8 auf den Zwischenzustand zu verweisen. In Philipper 1,21-23 sagt Paulus, dass Sterben ein „Gewinn“ ist, weil Christen aus der Welt scheiden, „um bei Christus zu sein“. Dies klingt nicht nach Bewusstlosigkeit. Dies sieht man auch in Lukas 22,43, wo Jesus zum RĂ€uber am Kreuz sagt: „Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“ Das Griechische ist klar und korrekt ĂŒbersetzt.

Letztendlich ist die Doktrin ĂŒber den Zwischenzustand etwas, das Gott entschieden hat, uns in der Bibel nicht genau und dogmatisch zu beschreiben. Vielleicht ĂŒbersteigt es einfach die menschliche FĂ€higkeit, es zu erfassen, auch wenn es erklĂ€rt werden könnte. Diese Lehre ist gewiss keine Frage, ĂŒber die sich Christen streiten und spalten sollten. Wie das Evangelical Dictionary of Theology ausfĂŒhrt: „Spekulationen ĂŒber den Zwischenzustand sollten niemals die Gewissheit schmĂ€lern, die vom Kreuz oder der Hoffnung auf die neue Schöpfung ausgehen.“

Wer wĂŒrde sich bei Gott darĂŒber beklagen wollen, wenn er nach dem Tode bei vollem Bewusstsein bei Gott ist und sagen: „Ich sollte eigentlich schlafen, bis Jesus zurĂŒckkehrt – warum bin ich eigentlich bei Bewusstsein?“ Und natĂŒrlich, wenn wir ohne Bewusstsein sind, werden wir nicht in der Lage sein zu klagen. So oder so, werden wir im nĂ€chsten bewussten Moment nach dem Tode bei Gott sein.

von Paul Kroll


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