Grosszügigkeit

179 grosszuegigkeitEin frohes neues Jahr! Ich hoffe, Sie hatten eine gesegnete Urlaubszeit zusammen mit Ihren Lieben. Jetzt wo die Weihnachtszeit hinter uns liegt und wir im neuen Jahr wieder zurück im Büro bei der Arbeit sind, habe ich wie es üblich ist in solchen Fällen, mich mit unseren Mitarbeitern über die verbrachten Feiertage ausgetauscht. Wir haben über Familientraditionen gesprochen und über die Tatsache, dass die älteren Generationen uns oft über das Thema Dankbarkeit etwas lehren können. In einem Gespräch erwähnte ein Mitarbeiter eine inspirierende Geschichte.

Diese begann mit ihren Grosseltern, die sehr grosszügige Menschen sind. Aber noch mehr als das, sie sind daran interessiert, dass das, was sie geben, auch so breit wie möglich weitergereicht wird. Sie möchten nicht unbedingt dafür bekannt werden, dass sie grosse Geschenke machen; sie möchten einfach, dass ihre Grosszügigkeit weitergereicht wird. Sie legen einen grossen Wert darauf, dass ihr geben, nicht nur bei einer Station stoppt. Es ist ihnen lieber, dass ihr geben sich verzweigt und ein eigenes Leben bekommt und sich so multipliziert. Sie möchten auch auf eine kreative Art und Weise geben und so überlegen sie sich, wie sie mit den Geschenken, die Gott ihnen gegeben hat ,umgehen.

Hier ist, was die Familie dieses Freundes tut: Jedes "Thanksgiving" (amerikanischer Nationalfeiertag, Erntedankfest) geben Grossmutter und Grossvater jedem ihrer Kinder und Enkelkinder eine kleine Geldsumme von zwanzig oder dreissig Dollar. Sie bitten dann die Familienmitglieder dieses Geld zu benutzen, um jemand anderes damit zu segnen, als eine Art Weiterzahlung. Und dann zu Weihnachten kommen sie als Familie nochmals zusammen und tauschen sich aus. Während der üblichen Feiern haben sie auch Freude daran zu hören, wie jedes Familienmitglied das Geschenk der Grosseltern benutzt hat, um andere zu segnen. Es ist bemerkenswert, wie eine relativ kleine Summe Geld sich in so viele Segnungen verwandeln kann.

Die Enkelkinder sind motiviert, grosszügig zu sein, durch die Grosszügigkeit, die ihnen vorgelebt wurde. Häufig gibt ein Familienmitglied zusätzlich zu der gegebenen Summe noch etwas hinzu, bevor diese weitergereicht wird. Sie haben richtig Spass und sehen es als eine Art Wettbewerb, umzusehen, wer diesen Segen am breitesten weiterreichen konnte. In einem Jahr benutzte ein kreatives Familienmitglied das Geld um Brot und andere Nahrungsmittel zu kaufen, sodass sie für mehrere Wochen Sandwiches für hungrige Menschen aushändigen konnten.
 
Diese wunderbare Familientradition erinnert mich an Jesus Gleichnis von den anvertrauten Talenten. Jedem Diener wurde ein unterschiedlicher Betrag von seinem Herrn gegeben: „einem gab er fünf Zentner Silber, einem anderen zwei Zentner und noch einem anderen einen Zentner,“ und jeder wurde beauftragt das zu verwalten, was ihm gegeben wurde (Mt 25, 15). In dem Gleichnis werden die Diener dazu aufgefordert, mehr zu tun, als nur die Segnung entgegen zu nehmen. Sie werden gebeten, ihre finanziellen Geschenke zu benutzen, um den Interessen ihres Herren zu dienen. Dem Diener, der sein Silber vergrub, wurde sein Teil weggenommen, weil er nicht versuchte, es zu vermehren (Mt 25, 28). Natürlich geht es in diesem Gleichnis nicht um die Investitionsweisheit. Es geht darum, andere zu segnen mit dem, was uns gegeben wurde, egal was es ist, oder wie viel wir geben können. Jesus lobt die Witwe, die nur ein paar Pfennige geben konnte (Lk 21, 1-4), weil sie grosszügig gab von dem, was sie hatte. Es ist nicht die Grösse des Geschenkes, die wichtig für Gott ist, sondern unsere Bereitschaft die Ressourcen, die er uns gegeben hat, zu benutzen, um Segen auszuteilen.

Die Familie von der ich Ihnen erzählte, versucht zu multiplizieren, was ihnen möglich ist zu geben in mancher Hinsicht sind sie wie der Herr in Jesus` Gleichnis. Die Grosseltern überlassen Teile von dem, was sie weiter geben möchten, denen sie vertrauen und lieben, zum Gebrauch im eigenen Ermessen. Es würde wahrscheinlich diese netten Menschen traurig machen, genauso wie es den Herrn im Gleichnis traurig stimmte, zu hören, das ihre Enkelkinder das Geld im Umschlag liessen und die Grosszügigkeit der Grosseltern und ihre einfache Bitte missachteten. Stattdessen liebt es diese Familie über neue kreative Wege nachzudenken, um die Segnungen der Grosseltern, in die sie mit eingeschlossen wurden, weiterzugeben.

Diese mehrere Generationen umfassende Mission ist wunderbar, da sie viele unterschiedliche Wege aufzeigt wie wir andere segnen können. Es braucht nicht viel, um damit zu beginnen. In einem anderen Gleichnis von Jesus, das Gleichnis vom Sämann, wird uns gezeigt, was so grossartig an dem „guten Boden“ ist diejenigen, die wirklich die Worte Jesu annehmen sind die, die Frucht hervorbringen „ein hundertfach, sechzig oder dreissigfach von dem, was sie säten“ (Mt 13, 8). Gottes Königreich ist eine immer weiter wachsende Familie. Es ist durch das Teilen unserer Segnungen als durch das Horten von ihnen für uns das wir teilhaben können in Gottes Willkommen Arbeit in der Welt.

In dieser Zeit der Neujahrsvorsätze möchte ich Sie bitten, mit mir zu überlegen, wo wir unsere Samen der Grosszügigkeit pflanzen können. In welchen unserer Lebensbereiche könnten wir reichlichen Segen ernten, indem wir das, was wir haben, jemand anders weitergeben? Wie diese Familie, würden wir gut daran tun von dem, was wir haben, an jene zu geben, von denen wir wissen, dass sie es zu einem guten Zweck einsetzen werden.

Wir glauben daran, den Samen auf guten Boden zu säen, dort wo er die grösste Auswirkung haben wird. Vielen Dank dafür, dass Sie einer von jenen sind, die so grosszügig und freudig geben, sodass andere den Gott, der uns alle liebt, kennenlernen dürfen. Eine unserer zentralen Werte in der WKG/GCI ist gute Haushalter zu sein, sodass so viele wie möglich den Namen und die Person Jesu Christi kennen lernen.

In Dankbarkeit und Liebe

Joseph Tkach
Präsident GRACE COMMUNION INTERNATIONAL


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