Das zweite Kommen Christi

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Jesus Christus wird, wie er verheissen hat, zur Erde zurückkehren, um im Reich Gottes alle Völker zu richten und zu regieren. Sein zweites Kommen in Macht und Herrlichkeit wird sichtbar sein. Dieses Ereignis leitet die Auferstehung und die Belohnung der Heiligen ein. (Johannes 14,3; Offenbarung 1,7; Matthäus 24,30; 1. Thessalonicher 4,15-17; Offenbarung 22,12)

Wird Christus zurückkehren?

Was denkt Ihr, wäre das grösste Ereignis, dass auf der Weltbühne passieren könnte? Ein weiterer Weltkrieg? Die Entdeckung eines Heilmittels für eine fürchterliche Krankheit? Weltfrieden, ein für allemal? Oder Kontakt mit ausserirdischer Intelligenz? Für Millionen von Christen, ist die Antwort auf diese Frage einfach: Das grösste Ereignis, das jemals geschehen könnte, ist das zweite Kommen Jesu Christi.

Die zentrale Botschaft der Bibel

Die ganze biblische Geschichte konzentriert sich auf das Kommen Jesu Christi als Erlöser und König. Im Garten Eden haben unsere Ureltern durch die Sünde ihre Beziehung mit Gott zerbrochen. Aber Gott sagte das Kommen eines Erlösers voraus, der diesen geistlichen Bruch heilen würde. Zur Schlange, die Adam und Eva zur Sünde verführte, sagte Gott: „Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen; der soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen“ (1Mo 3,15).

Dies ist die früheste Prophezeiung der Bibel von einem Retter, der die Macht der Sünde zerschmettern würde, welche Sünde und Tod über die Menschen ausüben („er soll dir den Kopf zertreten“). Wie? Durch den Opfertod des Erlösers („du wirst ihn in die Ferse stechen“). Jesus erreichte dies bei seinem ersten Kommen. Johannes der Täufer erkannte ihn als „das Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt“ (Joh 1,29).

Die Bibel offenbart die zentrale Bedeutung der Menschwerdung Gottes beim ersten Kommen Christi. Die Bibel offenbart auch, dass Jesus jetzt in das Leben der Gläubigen kommt. Und die Bibel sagt auch mit Gewissheit, dass er wiederkommen wird, sichtbar und mit Macht. Jesus kommt in der Tat auf drei verschiedene Weisen:

Jesus ist bereits gekommen

Wir Menschen brauchen Gottes Erlösung – seine Errettung – weil Adam und Eva sündigten und den Tod über die Welt brachten. Jesus bewirkte diese Errettung, indem er an unserer Stelle starb. Paulus schrieb in Kolosser 1,19-20: „Denn es hat Gott wohl gefallen, dass in ihm alle Fülle wohnen sollte und er durch ihn alles mit sich versöhnte, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz.“ Jesus heilte den Bruch, der zuerst im Garten Eden passierte. Durch sein Opfer kann die Menschheit mit Gott versöhnt werden.

Die Prophezeiungen des Alten Testamentes verwiesen auf das Reich Gottes in der Zukunft. Aber das Neue Testament beginnt mit Jesus, wie er die frohe Botschaft Gottes verkündigt: „Die Zeit ist erfüllt… und das Reich Gottes ist herbeigekommen“, sagte er (Mk 1,14-15). Jesus, der König des Reiches, wandelte unter Menschen! Jesus hat „ein Opfer für die Sünden dargebracht“ (Heb 10,12). Wir sollten niemals die Bedeutung von Jesu Menschwerdung, von seinem Leben und Wirken vor etwa 2000 Jahren unterschätzen.

Jesus kam. Ferner – Jesus kommt jetzt

Es gibt gute Nachrichten für jene Menschen, die an Christus glauben: „Auch ihr wart tot durch eure Übertretungen und Sünden, in denen ihr früher gelebt habt nach der Art dieser Welt… Aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner grossen Liebe, mit der er uns geliebt hat, auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht – aus Gnade seid ihr selig geworden“ (Eph 2,1-2; 4-5).

Gott hat uns jetzt mit Christus geistlich auferweckt! Durch seine Gnade „hat er uns mit auferweckt und mit eingesetzt im Himmel in Christus Jesus, damit er in den kommenden Zeiten erzeige den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade durch seine Güte gegen uns in Christus Jesus“ (Verse 6-7). Dieser Abschnitt beschreibt unseren gegenwärtigen Zustand als Nachfolger Jesu Christi!

Gott hat uns „nach seiner grossen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch“ (1Pt 1,3-4). Jesus lebt jetzt in uns (Gal 2,20). Wir wurden geistlich wiedergeboren und können das Reich Gottes sehen (Joh 3,3).

Auf die Frage, wann das Reich Gottes kommen würde, antwortete Jesus: „Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man's beobachten kann; man wird auch nicht sagen: Siehe, hier ist es! oder: Da ist es! Denn siehe, das Reich Gottes ist inwendig in euch“ (Lk 17,20-21). Jesus war inmitten der Pharisäer, aber er lebt in Christen. Jesus Christus brachte in seiner Person das Reich Gottes.

In der gleichen Weise, so wie jetzt Jesus in uns lebt, führt er das Königreich ein. Das Kommen Jesu, um in uns zu leben, weist voraus auf die endgültige Offenbarung des Reiches Gottes auf Erden bei Jesu zweitem Kommen.

Aber warum lebt Jesus in uns? Beachten wir: „Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme. Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen“ (Eph 2,8-10). Gott hat uns aus Gnade gerettet, nicht durch unsere eigenen Anstrengungen. Aber obwohl wir uns das Heil nicht durch Werke verdienen können, lebt Jesus in uns, damit wir jetzt gute Werke tun und dadurch Gott verherrlichen.

Jesus kam. Jesus kommt. Und – Jesus wird wiederkommen

Nach Jesu Auferstehung, als seine Jünger ihn auffahren sahen, stellten ihnen zwei Engel die Frage:
„Was steht ihr da und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen“ (Apg 1,11). Ja, Jesus kommt wieder.

Bei seinem ersten Kommen liess Jesus einige messianische Voraussagen unerfüllt. Das war ein Grund, warum ihn die Juden zurückwiesen. Sie sahen den Messias als nationalen Held, der sie von der römischen Herrschaft befreien würde.

Aber der Messias musste zuerst kommen, um für die ganze Menschheit zu sterben. Erst später würde Christus als siegreicher König zurückkehren und dann nicht nur Israel erhöhen, sondern alle Königreiche dieser Welt zu seinen Reichen machen. „Und der siebente Engel blies seine Posaune; und es erhoben sich grosse Stimmen im Himmel, die sprachen: Es sind die Reiche der Welt unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit“ (Offb 11,15).

„Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten“ sagte Jesus. „Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin“ (Joh 14,23).

Jesu Prophezeiung am Ölberg (Mt 24,1-25.46) ging auf die Fragen und Sorgen der Jünger über das Ende dieses Zeitalters ein. Später, schrieb der Apostel Paulus der Kirche wie „der Herr selbst kommen wird, wenn der Befehl ertönt, wenn die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallen, herabkommen vom Himmel, und zuerst werden die Toten, die in Christus gestorben sind, auferstehen“ (1Th 4,16). Bei Jesu zweiten Kommen wird er die verstorbenen Gerechten zur Unsterblichkeit auferwecken und die Gläubigen, die noch am Leben sind, zu Unsterblichkeit verwandeln, und sie werden ihn in der Luft treffen (V. 16-17; 1Kor 15,51-54).

Aber wann?

Über die Jahrhunderte haben Spekulationen über das zweite Kommen Christi eine Vielzahl von Streitigkeiten – und unzählige Enttäuschungen verursacht, als die verschiedenen Szenarien der Prognostiker sich als falsch erwiesen. Die Überbetonung des Wann Jesus zurückkehren wird, kann uns vom zentralen Fokus des Evangelium ablenken – von Jesu Erlösungswerk für alle Menschen, erreicht durch sein Leben, seinen Tod, seine Auferstehung und sein fortwährendes Erlösungswerk als unser himmlischer Hohepriester.

Wir können so sehr von prophetischer Spekulation gefesselt werden, dass wir versagen, die rechtmässige Rolle von Christen als Lichter in der Welt zu erfüllen, indem wir die liebende, barmherzige christliche Lebensweise an den Tag legen und Gott verherrlichen, indem wir anderen Menschen dienen.

„Wenn das Interesse irgendeiner Person an den biblischen Ankündigungen der letzten Dinge und dem zweiten Kommen in ein subtiles Entwerfen von präzise ausgearbeiteten zukünftigen Ereignissen degeneriert, dann ist sie weit vom Inhalt und dem Geist von Jesu prophetischen Aussagen abgewichen, sagt der Neue Internationale Bibelkommentar über das Lukasevangeliums“ auf Seite 544.

Unser Fokus

Wenn es nicht möglich ist, herauszufinden, wann Christus wiederkommen wird (und daher im Vergleich zu dem, was die Bibel wirklich aussagt, unwichtig ist), worauf sollten wir dann unsere Energien richten? Wir sollten uns darauf konzentrieren, dass wir für Jesu Kommen bereit sind, wann immer es stattfindet!

„Darum seid auch ihr bereit!“ sagte Jesus, „denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr's nicht meint“ (Mt 24,44). „Wer aber bis an das Ende beharrt, der wird selig werden“ (Mt 10,22). Wir müssen bereit für ihn sein, damit er jetzt in unser Leben kommt und unser Leben in diesem Augenblick leiten kann.

Der Fokus der Bibel

Die ganze Bibel dreht sich um das Kommen Jesu Christi. Als Christen sollte sich auch unser Leben um sein Kommen drehen. Jesus kam. Er kommt jetzt durch das Innewohnen des Heiligen Geistes. Und Jesus wird wiederkommen. Jesus wird in Macht und Herrlichkeit kommen, „um unsern nichtigen Leib zu verwandeln, dass er gleich werde seinem verherrlichten Leibe“ (Phil 3,21). Dann „auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes“ (Röm 8,21).

JA, ich komme bald, sagt unser Heiland. Und als Gläubige und Jünger Christi, können wir alle mit einer Stimme antworten: „Amen, ja, komm Herr Jesus“ (Offb 22,20)!

Norman Shoaf


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