Findet man die Dreieinigkeit in der Bibel?

Diejenigen, welche die Lehre von der Dreieinigkeit nicht akzeptieren, weisen sie zum Teil aus dem Grund zurück, dass man das Wort „Dreieinigkeit“ nicht in der Heiligen Schrift findet. Natürlich gibt es keinen Vers, der besagt: „Gott ist [besteht aus] drei Personen“ oder „Gott ist eine Dreieinigkeit“. Das ist, strikt gesagt, alles ziemlich offensichtlich und wahr, aber es beweist nichts. Es gibt viele Wörter und Ausdrücke, die Christen benutzen, die nicht in der Bibel zu finden sind. Beispielsweise ist das Wort „Bibel“ nicht in der Bibel zu finden.

Mehr dazu: Gegner der Dreieinigkeitslehre behaupten, dass eine trinitarische Sicht der Natur Gottes und seines Wesens nicht durch die Bibel belegt werden kann. Da die Bücher der Bibel nicht als theologische Abhandlungen geschrieben wurden, mag dies oberflächlich betrachtet wahr sein. Es gibt keine Aussage in der Heiligen Schrift, die besagt, dass „Gott drei Personen in einer Wesenheit ist, und hier ist der Beweis…“

Dennoch bringt das Neue Testament Gott (den Vater), den Sohn (Jesus Christus) und den Heiligen Geist in einer solchen Weise zusammen, dass es stark auf die trinitarische Natur Gottes hinweist. Diese Schriften werden im Nachfolgenden als Zusammenfassung der vielen anderen biblischen Passagen zitiert, welche die drei Personen der Gottheit zusammenbringen. Eine Schriftstelle stammt aus den Evangelien, eine andere vom Apostel Paulus und eine dritte vom Apostel Petrus. Die Worte in jedem Abschnitt, die sich auf jede der drei Personen beziehen, sind kursiv gesetzt, um ihre trinitarische Auswirkung zu betonen:

„Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (Mt 28,19).
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!“ (2Kor 13,13).

„…an die auserwählten Fremdlinge…die Gott, der Vater, ausersehen hat durch die Heiligung des Geistes zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blut Jesu Christi“ (1Pt 1,1–2).

Hier sind drei Passagen aus der Heiligen Schrift, eine von den Lippen Jesu und die anderen zwei von leitenden Aposteln, die alle die drei Personen der Gottheit in unmissverständlicher Weise zusammenbringen. Aber dies ist nur eine Stichprobe von ähnlichen Passagen. Unter diesen anderen sind Folgende:

Römer 14,17–18; 15,16; 1. Korinther 2,2–5; 6,11; 12,4–6; 2. Korinther 1,21–22; Galater 4,6; Epheser 2,18–22; 3,14–19; 4,4–6; Kolosser 1,6–8; 1. Thessalonicher 1,3–5; 2. Thessalonicher 2,13–14; Titus 3,4–6. Wir ermutigen den Leser, alle diese Stellen zu lesen und zu beachten, wie Gott (Vater), Sohn (Jesus Christus) und der Heilige Geist als Instrumente unseres Heils zusammengebracht werden.
Sicherlich zeigen solche Schriftstellen, dass der neutestamentliche Glaube implizit trinitarisch ist. Natürlich ist es wahr, dass keine dieser Passagen direkt besagt, dass „Gott eine Dreieinigkeit“ ist, oder dass „dies die trinitarische Doktrin ist“. Aber dies ist nicht notwendig. Wie vorhin erwähnt, sind die Bücher des Neuen Testaments nicht formelle, Punkt für Punkt Abhandlungen von Doktrin. Trotzdem sprechen diese und andere Schriftstellen leicht und ohne irgendein Selbstbewusstsein vom Zusammen-wirken von Gott (Vater), Sohn (Jesus) und dem Heiligen Geist. Die Verfasser zeigen kein Gefühl der Fremdheit, wenn sie diese göttlichen Personen in ihrem Heilswirken als eine Einheit zusammenfügen. Der Theologe Alister E. McGrath macht in seinem Buch Christian Theology folgenden Punkt:

Die Grundlage der Doktrin der Dreieinigkeit findet man in dem alles durch-dringenden Muster göttlicher Aktivität, vom dem das Neue Testament Zeugnis ablegt… Dort findet man die engste Beziehung zwischen dem Vater, dem Sohn und dem Heiligem Geist in den neutestamentlichen Schriften. Immer wieder verknüpfen neutestamentliche Passagen diese drei Elemente als Teil eines grösseren Ganzen. Die Totalität von Gottes rettender Gegenwart und Macht kann nur, so scheint es, ausgedrückt werden, indem man alle drei Elemente involviert… (S. 248).

Solche neutestamenlichen Schriftstellen entgegnen der Anschuldigung, dass die Dreieinigkeitslehre eigentlich erst im Laufe der Kirchengeschichte entwickelt wurde, und dass sie „heidnische“, keine biblischen Vorstellungen widerspiegelt. Wenn wir die Heilige Schrift in Bezug auf das, was sie uns über das Wesen, das wir Gott nennen, sagt, mit offenem Sinn betrachten, ist es klar, dass uns gezeigt wird, dass er in seiner Natur trinitarisch ist.

Wir können zuversichtlich sagen, dass die Dreieinigkeit als eine Wahrheit in Bezug auf Gottes grundlegendes Wesen immer eine Realität gewesen ist. Vielleicht war sie in dunklen Zeitaltern des Menschen nicht vollständig klar, sogar während der Zeit des Alten Testaments. Aber die Menschwerdung des Sohnes Gottes und das Kommen des Heiligen Geistes offenbarten, dass Gott trinitarisch ist. Diese Offenbarung wurde durch konkrete Fakten gegeben, indem der Sohn und der Heilige Geist zu bestimmten Zeitpunkten in der Geschichte in unsere Welt eingedrungen sind. Die Tatsache der trinitarischen Offenbarung Gottes in geschichtlicher Zeit wurde erst später im Wort Gottes, das wir Neues Testament nennen, beschrieben.

James R. White, ein christlicher Apologet, schreibt in seinem Buch The Forgotten Trinity:
„Die Dreieinigkeit wurde nicht bloss in Worten offenbart, sondern stattdessen in der äussersten Handlung des dreieinigen Gottes in der Erlösung selbst! Wir wissen, wer Gott ist, durch das, was er getan hat, um uns zu sich selber zu bringen!“ (S. 167).

von Paul Kroll


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Anhang (Bibelstellen)

Röm 14,17-18:
Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem Heiligen Geist. 18 Wer darin Christus dient, der ist Gott wohlgefällig und bei den Menschen geachtet.

Röm 15,16:
damit ich ein Diener Christi Jesu unter den Heiden sei, um das Evangelium Gottes priesterlich auszurichten, damit die Heiden ein Opfer werden, das Gott wohlgefällig ist, geheiligt durch den Heiligen Geist.

1. Kor 2,2-5:
Denn ich hielt es für richtig, unter euch nichts zu wissen als allein Jesus Christus, den Gekreuzigten. 3 Und ich war bei euch in Schwachheit und bin Furcht und mit grossem Zittern; 4 und mein Wort und meine Predigt geschahen nicht mit überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft, 5 damit euer Glaube nicht stehe auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft.

1. Kor 6, 11:
Und solche sind einige von euch gewesen. Aber ihr seid reingewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerecht geworden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes.

1. Kor 12,4-6:
Es sind verschiedene Gaben; aber es ist ein Geist. 5 Und es sind verschiedene Ämter; aber es ist ein Herr. 6 Und es sind verschiedene Kräfte; aber es ist ein Gott, der da wirkt alles in allen.

2. Kor 1,21-22:
Gott ist's aber, der uns fest macht samt euch in Christus und uns gesalbt 22 und versiegelt und in unsre Herzen als Unterpfand den Geist gegeben hat.

Gal 4,6:
Weil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohnes gesandt in unsre Herzen, der da ruft: Abba, lieber Vater!

Eph 2,18-22:
Denn durch ihn haben wir alle beide in einem Geist den Zugang zum Vater. 19 So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, 20 erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, 21 auf welchem der ganze Bau ineinander gefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn. 22 Durch ihn werdet auch ihr mit erbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.

Eph 3,14-19:
Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater, 15 der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heisst im Himmel und auf Erden, 16 dass er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, 17 dass Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne und ihr in der Liebe beingewurzelt und gegründet seid. 18 So könnt ihr mit allen Heiligen begreifen, welches die Breite und die Länge und die Höhe und die Tiefe ist, 19 auch die Liebe Christi erkennen, die alle Erkenntnis übertrifft, damit ihr erfüllt werdet mit der ganzen Gottesfülle.

Eph 4,4-6:
ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung eurer Berufung; 5 ein Herr, ein Glaube, eine Taufe; 6 ein Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen.
 
Kol 1,6-8:
[das [Evangelium], das zu euch gekommen ist, wie es auch in aller Welt Frucht bringt und auch bei euch wächst von dem Tag an, da ihr's gehört und die Gnade Gottes erkannt habt in der Wahrheit. 7 So habt ihr's gelernt von Epaphras, unserm lieben Mitknecht, der ein treuer Diener Christi für euch ist, 8 der uns auch berichtet hat von eurer Liebe im Geist.

1. Thess 1,3-5:
und denken ohne Unterlass vor Gott, unserm Vater, an euer Werk im Glauben und an eure Arbeit in der Liebe und an eure Geduld in der Hoffnung auf unsern Herrn Jesus Christus. 4 Liebe Brüder, von Gott geliebt, wir wissen, dass ihr erwählt seid; 5 denn unsere Predigt des Evangeliums kam zu euch nicht allein im Wort, sondern auch in der Kraft und in dem Heiligen Geist und in grosser Gewissheit. Ihr wisst ja, wie wir uns unter euch verhalten haben um euretwillen.

2. Thess 2,13-14:
Wir aber müssen Gott allezeit für euch danken, vom Herrn geliebte Brüder, dass Gott euch als Erste zur Seligkeit erwählt hat in der Heiligung durch den Geist und im Glauben an die Wahrheit, 14 wozu er euch auch berufen hat durch unser Evangelium, damit ihr die Herrlichkeit unseres Herrn Jesus Christus erlangt.

Tit 3,4-6:
Als aber erschien die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Heilands, 5 machte er uns selig – nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit – durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung im Heiligen Geist, 6 den er über uns reichlich ausgegossen hat durch Jesus Christus, unsern Heiland,