Das ausgegossene Leben Christi

Heute will ich diese Gemeinde ermutigen, sich vorzunehmen, das kommende Jahr zu einem Jahr des geistlichen Wachstums zu machen. Genauer gesagt will ich diese Gemeinde ermutigen, die Ermahnung zu beachten, die Paulus der Philipperkirche gab. Er bat sie, sich etwas zu tun vorzunehmen und ich zeige Ihnen, um was es hierbei ging und bitte Sie, sich zu entschliessen, genau das gleiche zu tun.

Jesus war vollständig Gott und vollständig Mensch. Eine andere Schriftstelle, die vom Verlust seiner Göttlichkeit spricht, finden wir in Philipper.

Philipper. 2,5-11
„Denn diese Gesinnung sei in euch, die auch in Christus Jesus war, der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein; sondern er entäusserte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde den Menschen gleichgestaltet, und in seiner äusseren Erscheinung wie ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott auch über alle Massen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über allen Namen ist, damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.“

Ich möchte an Hand dieser Verse zweierlei aufwerfen:

1. Was Paulus über die Natur von Jesus sagt.
2. Warum er das sagt.

Nachdem wir festgestellt haben, warum er was über die Natur von Jesus ausgesagt hat, dann haben wir auch unsere Entscheidung für das kommende Jahr. Allerdings könnte man die Bedeutung der Verse 6-7 auch leicht dahin gehend missverstehen, Jesus habe seine Göttlichkeit ganz oder zum Teil irgendwie aufgegeben. Aber das hat Paulus nicht gesagt. Lassen Sie uns diese Verse analysieren und sehen, was er wirklich sagt.

Er war „in der Gestalt Gottes“.

Frage: Was meint er mit Gestalt Gottes?

Verse 6-7 sind die einzigen Verse im NT, die das griechische Wort enthalten, das Paulus für
„Gestalt“ verwendet, aber das Griechische AT enthält das Wort viermal.
Richter 8,18 „Und er sprach zu Sebach und Zalmunna: Wie waren die Männer, die ihr zu Tabor tötetet? Sie sprachen: Sie waren wie du, ein jeder so schön [gestaltet] wie Königskinder.“
 
Hiob 4,16 „Er stand da, und ich erkannte sein Aussehen nicht, eine Gestalt war vor meinen Augen, ich hörte eine flüsternde Stimme:“
Jes. 44,13 „Der Schnitzer spannt die Richtschnur aus, er zeichnet es mit dem Stift, bearbeitet es mit Schnitzmessern und zeichnet es vor mit dem Zirkel; und er macht [gestaltet] es einem Mannsbild gleich, wie die Schönheit eines Menschen, dass es in einem Hause wohne.“

Dan. 3,19 „Da ward Nebukadnezar voll Wut und das Aussehen [die Gestalt] seines Angesichtes veränderte sich gegen Sadrach, Mesach und Abednego. Er gab den Befehl, man solle den Ofen siebenmal heisser machen, als man sonst zu tun pflegte.“
Paulus meint [mit dem Begriff Gestalt] also Christi Herrlichkeit und Majestät. Er besass Herrlichkeit und Majestät und alle Insignien der Göttlichkeit.

„Gott gleich zu sein“

Der beste vergleichbare Gebrauch des Gleichgestelltsein ist in Johannes zu finden. Joh. 5,18 „Darum suchten die Juden nun noch mehr, ihn zu töten, weil er nicht nur den Sabbat brach, sondern auch Gott seinen eigenen Vater nannte, womit er sich selbst Gott gleich machte.“

Paulus dachte somit an einen Christus, der im wesentlichen Gott gleich war. Mit anderen Worten sagte Paulus, dass Jesus die volle Majestät Gottes besass und in seinem Wesen Gott war. Auf menschlicher Ebene wäre dies das Äquivalent dazu, zu sagen, dass jemand das Auftreten eines Mitgliedes des Königshauses hatte und auch wirklich ein Mitglied des Königshauses war.

Wir kennen alle Personen, die sich wie ein Mitglied des Königshauses verhalten, die es aber nicht sind, und wir lesen von bestimmten Mitgliedern von königlichen Familien, die sich nicht wie ein Mitglied des Königshauses verhalten. Jesus hatte sowohl „das Aussehen" wie auch das Wesen der Göttlichkeit.

„wie einen Raub festhielt"

Mit anderen Worten, etwas, das man für seinen eigenen Vorteil verwenden kann. Es ist für privilegierte Menschen sehr leicht, ihren Status für persönliche Vorteile zu verwenden,. Sie werden bevorzugt behandelt. Paulus sagt, dass Jesus, obwohl er in Gestalt und im Wesen Gott war, als Mensch diese Tatsache nicht ausnutzte. Verse 7-8 zeigen, dass seine Einstellung diametral entgegengesetzt war.

„entäusserste sich selbst“

Wovon entäusserte er sich? Die Antwort ist: von nichts. Er war vollständig Gott. Gott kann nicht aufhören, Gott zu sein, auch nicht für eine Weile. Er gab nichts von den göttlichen Attributen oder Kräften auf, die er hatte. Er vollbrachte Wunder. Er konnte Gedanken lesen. Er verwendete seine Kraft. Und in der Verklärung zeigte er seine Herrlichkeit.

Was Paulus hier meinte, lässt sich an Hand eines anderen Verses erkennen, in dem er dasselbe Wort für „entäusserte“ verwendet.
1. Kor. 9,15 „Ich aber habe davon [von diesen Rechten] keinerlei Gebrauch gemacht; ich habe dies auch nicht darum geschrieben, damit es mit mir so gehalten wird. Viel lieber wollte ich sterben, als dass mir jemand meinen Ruhm zunichte machte!“

„Er gab alle seine Vorrechte auf“ (GN1997-Übers.), „bestand er nicht auf seinen Vorrechten. Nein, er verzichtete darauf“ (Hoffnung für Alle-Übers.). Jesus verwendete als Mensch weder seine göttliche Natur noch seine göttlichen Kräfte zu seinem eigenen Vorteil. Er verwendete sie, um das Evangelium zu verkünden um die Jünger auszubilden usw. -, aber nie, um sich sein Leben leichter zu machen. Mit anderen Worten: er nutzte seine Kraft nicht für seinen eigenen Vorteil aus.

  • Die schwere Prüfung in der Wüste.
  • Als er kein Feuer vom Himmel herab rief, unfreundliche Städte zu zerstören.
  • Die Kreuzigung. (Er sagte, dass er Armeen von Engeln zu seiner Verteidigung hätte rufen können.)

Er gab freiwillig alle die Vorteile, die er als Gott hätte geniessen können, auf, um sich vollständig an unserem Menschsein zu beteiligen. Lesen wir nochmals die Verse 5-8, und sehen wir, wie klar dieser Punkt jetzt ist.

Philip. 2,5-8 „Denn diese Gesinnung sei in euch, die auch in Christus Jesus war, 6 der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein; 7 sondern er entäusserte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde den Menschen gleichgestaltet, und in seiner äusseren Erscheinung wie ein Mensch erfunden, 8 erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz.“

Dann schliesst Paulus mit der Bemerkung, dass Gott Christus schliesslich über alle Menschen erhöhte. Philip. 2,9
„Darum hat ihn Gott auch über alle Massen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über allen Namen ist. Damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind und alle Zungen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.“

Es ergeben sich also drei Stufen:

  • Christi Rechte und Privilegien als Gott.
  • Seine Wahl, diese Rechte nicht auszuüben, sondern lieber ein Diener zu sein.
  • Seine schlussendliche Erhöhung als Ergebnis dieses Lebensstils.

Privileg – Dienstbereitschaft - Erhöhung

Jetzt ist die grössere Frage, warum diese Verse in Philipper stehen. Zuerst müssen wir uns erinnern, dass Philipper ein Brief ist, der zu einer besonderen Zeit aus bestimmten Gründen an eine besondere Kirche geschrieben wurde. Deshalb muss das, was Paulus in 2,5-11 sagt, mit dem Zweck des ganzen Briefs zu tun haben.

Zweck des Briefs

Zuerst sollten wir uns daran erinnern, dass Paulus, als er zuerst Philippi besuchte und die Kirche dort startete, festgenommen wurde (Apg. 16,11-40). Jedoch war seine Beziehung zur Kirche von Anfang an sehr warm. Philipper 1,3-5 „Ich danke meinem Gott, so oft ich an euch denke, 4 indem ich allezeit, in jedem meiner Gebete für euch alle, mit Freuden Fürbitte tue 5 wegen eurer Gemeinschaft am Evangelium vom ersten Tag an bis jetzt.“

Er schreibt diesen Brief vom Gefängnis in Rom aus. Philipper 1,7 „Es ist ja nur recht, dass ich so von euch allen denke, weil ich euch im Herzen trage, die ihr alle sowohl in meinen Fesseln als auch bei der Verteidigung und Bekräftigung des Evangeliums mit mir Anteil habt an der Gnade.“
 
Doch ist er darüber weder niedergeschlagen noch enttäuscht, sondern eher froh.
Phil. 2,17-18 „Wenn ich aber auch wie ein Trankopfer ausgegossen werden sollte über dem Opfer und dem priesterlichen Dienst eures Glaubens, so bin ich doch froh und freue mich mit euch allen; 18 gleicherweise sollt auch ihr froh sein und euch mit mir freuen!“

Auch als er diesen Brief schrieb, unterstützten sie ihn weiterhin sehr eifrig. Philip. 4,15-18 „Und ihr Philipper wisst auch, dass am Anfang [der Verkündigung] des Evangeliums, als ich von Mazedonien aufbrach, keine Gemeinde sich mit mir geteilt hat in die Rechnung der Einnahmen und Ausgaben, als ihr allein; 16 ja auch nach Thessalonich habt ihr mir einmal, und sogar zweimal, etwas zur Deckung meiner Bedürfnisse gesandt. 17 Nicht dass ich nach der Gabe verlange, sondern ich verlange danach, dass die Frucht reichlich ausfalle auf eurer Rechnung. 18 Ich habe alles und habe Überfluss; ich bin völlig versorgt, seitdem ich von Epaphroditus eure Gabe empfangen habe, ein angenehmes Opfer, Gott wohlgefällig.“

So lässt der Ton des Briefs auf enge Beziehungen schliessen, eine starke christliche Gemeinschaft der Liebe und eine Bereitschaft, zu dienen und für das Evangelium zu leiden. Aber es gibt auch Anzeichen, dass nicht alles so ist, wie es sein sollte.
Phil. 1,27 „Nur führt euer Leben würdig des Evangeliums von Christus, damit ich, ob ich komme und euch sehe, oder abwesend bin, von euch höre, dass ihr fest steht in einem Geist und einmütig miteinander kämpft für den Glauben des Evangeliums.“
„Führt euer Leben“ – Griech. Politeuesthe bedeutet die Erfüllung seiner Verpflichtungen als Bürger der Gemeinschaft.

Paulus ist besorgt, denn er sieht, dass die in Philippi einst so offensichtlichen Einstellungen von Gemeinschaft und Liebe einige Spannungen aufweist. Interne Meinungsverschiedenheit bedroht die Liebe, die Einheit und die Gemeinschaft der Gemeinde.
Philipper 2,14 „Tut alles ohne Murren und Bedenken.“

Philipp. 4,2-3 „Ich ermahne Evodia und ich ermahne Syntyche, eines Sinnes zu sein im Herrn.
3 Und ich bitte auch dich, mein treuer Mitknecht, nimm dich ihrer an, die mit mir gekämpft haben für das, samt Clemens und meinen übrigen Mitarbeitern, deren Namen im Buch des Lebens sind.“

Kurz, die Gemeinschaft der Glaubenden hatte Probleme, als einige egoistisch und arrogant wurden.
Philipp. 2,1-4 „Gibt es nun [bei euch] Ermahnung in Christus, gibt es Zuspruch der Liebe, gibt es Gemeinschaft des Geistes, gibt es Herzlichkeit und Erbarmen, 2 so macht meine Freude völlig, indem ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und auf das Eine bedacht seid. 3 Tut nichts aus Selbstsucht oder nichtigem Ehrgeiz, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst. 4 Jeder schaue nicht auf das Seine jeder gerade auf das des anderen.“

Wir sehen hier folgende Probleme:
1. Es gibt Zusammenstösse.
2. Es gibt Machtkämpfe.
3. Sie sind ehrgeizig.
4. Sie sind eingebildet, indem sie auf ihren eigenen Wegen bestehen.
5. Dies zeigt eine übertrieben hohe Selbsteinschätzung.
 
Es geht ihnen in erster Linie um ihre eigenen Interessen.

In alle diese Einstellungen kann man so leicht fallen. Ich habe sie über die Jahre in mir und in anderen gesehen. Es ist auch so leicht, blind dafür zu werden, dass diese Einstellungen für einen Christen falsch sind. Die Verse 5-11 blicken grundsätzlich auf das Beispiel von Jesus, um die Luft aus aller Arroganz und allem Egoismus herauszulassen, die uns so leicht überfallen können.

Paulus sagt: Denken Sie, dass Sie besser als andere sind und dass Sie Achtung und Ehre von Seiten der Gemeinde verdienen? Bedenken Sie, wie gross und mächtig Christus wirklich war. Paulus sagt: Sie wollen sich anderen nicht fügen, Sie wollen nicht ohne Anerkennung dienen, Sie ärgern sich, weil andere Sie als gegeben ansehen? Bedenken Sie, auf was alles Christus bereit war zu verzichten.

"In William Hendricks sehr gutem Buch Exit Interviews [Interviews am Ausgang] berichtet er
über eine Studie, die er über jene machte, die die Kirche verliessen. Eine Menge von 'Kirchenwachstums'-Leuten stehen an der Eingangstür der Kirche und fragen die Leute, warum sie gekommen sind. Auf diese Weise wollte man versuchen, dem so 'empfundenen Bedarf' der Leute, die man erreichen wollte, gerecht zu werden. Doch wenige, wenn überhaupt welche, stehen an der rückwärtigen Ausgangstür, um zu fragen, warum sie gehen. Das ist das, was Hendricks tat, und die Ergebnisse seiner Studie sind lesenswert.

Als ich die Kommentare von jenen durchlas, die gegangen waren, erstaunte mich (neben einigen etwas sehr einsichtigen und schmerzhaften Kommentaren von einigen nachdenklichen Leuten, die gingen) einiges, was einige Leute von der Kirche erwarteten. Sie wollten alle möglichen Dinge, die der Kirche nicht wesentlich sind; wie bewundert zu werden, 'Streicheleinheiten' zu bekommen und zu erwarten, dass andere ihren ganzen Bedarf decken, ohne eigene Verpflichtung, den Bedarf anderer zu decken." (The Plain Truth, Januar 2000, S.23).

Paulus weist die Philipper auf Christus hin. Er fordert sie auf, ihr Leben innerhalb der christlichen Gemeinschaft so zu führen, wie es Christus tat. Wenn sie so lebten, wird Gott sie genauso verherrlichen, wie er es mit Christus tat.

Philipp. 2,5-11
„Denn diese Gesinnung sei in euch, die auch in Christus Jesus war, 6 der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub [Beute] festhielt, Gott gleich zu sein; 7 sondern er entäusserte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde den Menschen gleichgestaltet, und in seiner äusseren Erscheinung wie ein Mensch erfunden, 8 erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz. 9 Darum hat ihn Gott auch über alle Massen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über allen Namen ist, 10 damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, 11 und alle Zungen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.“

Paulus behauptet, seine persönliche Verpflichtung als Bürger des himmlischen (König-) Reichs zu erfüllen, bedeutet, sich so zu entäussern, wie Jesus es tat, und die Rolle eines Dieners anzunehmen. Man muss sich nicht nur hingeben, um Gnade zu empfangen, sondern auch um zu leiden (1,5.7.29-30). Philipp. 1,29 „Denn euch wurde, was Christus betrifft, die Gnade verliehen, nicht nur an ihn zu glauben, sondern auch um seinetwillen zu leiden.“
 
Man muss bereit sein, im Dienst für andere (2,17) „ausgegossen" zu werden – eine Einstellung und einen Lebensstil zu haben, die sich von den Werten der Welt unterscheiden (3,18-19). Philipp. 2,17 „Wenn ich aber auch wie ein Trankopfer ausgegossen werden sollte über dem Opfer und dem priesterlichen Dienst eures Glaubens, so bin ich doch froh und freue mich mit euch allen.“
Philipp. 3,18-19 „Denn viele wandeln, wie ich euch oft gesagt habe, nun aber auch weinend sage, als Feinde des Kreuzes des Christus; 19 ihr Ende ist das Verderben, ihr Gott ist der Bauch, sie rühmen sich ihrer Schande und ihr Sinnen ist auf das Irdische gerichtet.“

Man muss wahre Demut zeigen, um zu verstehen, dass das „in Christus" sein bedeutet, ein Diener zu sein, weil Christus in die Welt nicht als ein Herr kam, sondern als Diener. Einheit entsteht, wenn man Gott durch den Dienst aneinander dient.

Es besteht die Gefahr, auf Kosten von anderen egoistisch auf seine eigenen Interessen bedacht zu sein, sowie eine Arroganz zu entwickeln, die aus einem Stolz auf den eigenen Status, auf Begabungen oder Erfolgsergebnisse herrührt.

Die Lösung für Probleme in interpersonellen Beziehungen liegt in einer Einstellung demütigen Engagements für andere. Ein Geist der Selbstaufopferung ist ein Ausdruck der in Christus erläuterten Liebe zu anderen Liebe, die „gehorsam wurde bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz"!

Echte Dienerschaft entäussert sich selbst. Paulus verwendet Christus, um dieses zu erläutern. Er hatte jedes Recht, nicht den Pfad eines Dieners zu wählen, sondern konnte Anspruch auf seinen rechtmässigen Status erheben.

Paulus sagt uns, dass es keinen Platz für eine Wohlfühlreligion gibt, die ihre Dienerrolle nicht ernsthaft praktiziert. Es gibt auch keinen Raum für Frömmigkeit, die nicht ausströmt sich sogar völlig ausgiesst für die Interessen von anderen.

Schlussfolgerung

Wir leben in einer von Eigennutz dominierten Gesellschaft, durchdrungen von der „zuerst ich“ - Philosophie und durch die korporativen Ideale der Effizienz und des Erfolgs geformt. Aber dies sind nicht die Werte der Kirche, wie sie durch Christus und Paulus definiert wurden. Der Leib Christi muss wieder christliche Demut, Einheit und Gemeinschaft zum Ziel haben.
Wir müssen anderen dienen und es als unsere Hauptverantwortung sehen, Liebe durch Taten zu vervollkommnen.
Eine Einstellung von Christus, wie Demut, fordert nicht Rechte oder Schutz der eigenen Interessen, sondern ist stets dienstbereit.

von Joseph Tkach


pdfDas ausgegossene Leben Christi