Versöhnung – was ist das?

Wir Prediger haben die Angewohnheit, manchmal Begriffe zu verwenden, die viele Menschen, besonders neuere Christen oder Besucher einfach nicht verstehen. Ich wurde nach einer Predigt, die ich vor kurzem gab, an die Notwendigkeit erinnert, Begriffe zu definieren, als jemand zu mir kam und mich bat, das Wort „Versöhnung“ zu erklären. Es ist eine gute Frage, und wenn eine Person diese Frage hat, so mag sie auch für andere relevant sein. Daher möchte ich dieses Programm dem biblischen Konzept von „Versöhnung“ widmen.

Im Laufe eines Großteils der menschlichen Geschichte befand sich die Mehrheit der Menschen in einem Zustand der Entfremdung von Gott. Wir haben genügend Beweise dafür in den Berichten über das menschliche Versagen, miteinander auszukommen, was einfach eine Reflektion der Entfremdung von Gott ist.

Wie der Apostel Paulus in Kolosser 1,21-22 schrieb: „Auch euch, die ihr einst fremd und feindlich gesinnt wart in bösen Werken, hat er nun versöhnt durch den Tod seines sterblichen Leibes, damit er euch heilig und untadelig und makellos vor sein Angesicht stelle.“

Es war nie Gott, der mit uns versöhnt werden musste, sondern wir mussten mit Gott versöhnt werden. Wie Paulus sagte, war die Entfremdung in der menschlichen Gesinnung, nicht in Gottes Gesinnung. Gottes Antwort auf menschliche Entfremdung war Liebe. Gott liebte uns sogar, als wir seine Feinde waren.
 
Paulus schrieb Folgendes an die Gemeinde in Rom: „Denn wenn wir mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren, um wie viel mehr werden wir selig werden durch sein Leben, nachdem wir nun versöhnt sind“ (Röm 5,10).
Paulus sagt uns, dass es damit nicht aufhört: „Aber das alles von Gott, der uns mit sich selber versöhnt hat durch Christus und uns das Amt gegeben, das die Versöhnung predigt. Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu…“ (2Kor 5,18-19).
 
Ein paar Verse später schrieb Paulus, wie Gott in Christus die ganze Welt mit sich selber versöhnt hat: „Denn es hat Gott wohl gefallen, dass in ihm alle Fülle wohnen sollte und er durch ihn alles mit sich versöhnte, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz“ (Kol 1,19-20).
Gott hat durch Jesus alle Menschen mit sich versöhnt, das heißt, dass niemand von der Liebe und Kraft Gottes ausgeschlossen ist. Für jeden, der je gelebt hat, wurde an der Tafel von Gottes Bankett ein Platz reserviert. Aber nicht alle haben Gottes Wort der Liebe und Vergebung an sie geglaubt, nicht alle haben ihr neues Leben in Christus angenommen, die Hochzeitskleider angezogen, die Christus für sie vorbereitet hat und ihren Platz am Tisch eingenommen.

Das ist der Grund, warum es beim Dienst der Versöhnung geht – es geht um unsere Aufgabe, die gute Nachricht zu verbreiten, dass Gott die Welt bereits durch das Blut Christi mit sich selber versöhnt hat, und dass das, was alle Menschen tun müssen, darin besteht, der guten Nachricht zu glauben, sich in Reue Gott zuzuwenden, ihr Kreuz auf sich nehmen und Jesus nachfolgen.

Und welch eine wunderbare Nachricht ist das. Möge Gott uns alle in seinem freudigen Werk segnen.

von Joseph Tkach


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