Bibelprophetie

Viele Christen brauchen einen Überblick über die Prophetie, um die Prophetie aus der richtigen Perspektive zu sehen. Der Grund dafür liegt darin, dass viele Christen die Prophetie überbetonen und Behauptungen aufstellen, die sie nicht untermauern können. Für einige ist Prophetie die wichtigste Doktrin. Sie nimmt den grössten Platz in ihrem Bibelstudium ein, und das ist das Thema, das sie am liebsten hören wollen. Romane über Armageddon verkaufen sich gut. Viele Christen täten gut daran, zu beachten, was unsere Glaubenssätze über biblische Prophetie besagen.

Unsere Aussage hat drei Sätze:
Der erste besagt, dass Prophetie ein Teil von Gottes Offenbarung an uns ist, und es sagt uns etwas darüber, wer er ist, wie er ist, was er möchte und was er tut.

Der zweite Satz besagt, dass die Bibelprophetie das Heil durch Jesus Christus ankündigt. Es heisst nicht, dass jede Prophezeiung sich mit Vergebung und dem Glauben an Christus befasst. Noch sagen wir, dass Prophetie der einzige Ort ist, wo Gott diese Dinge über das Heil offenbart. Wir könnten sagen, dass manche Bibelprophetie sich mit dem Heil durch Christus befasst oder dass Prophetie, einer der vielen Wege ist, in der Gott Vergebung durch Christus offenbart.

Da sich Gottes Plan auf Jesus Christus konzentriert und Prophetie ein Teil von Gottes Offenbarung seines Willens ist, ist es unvermeidlich, dass Prophetie direkt oder indirekt einen Bezug darauf hat, was Gott in und durch Jesus Christus tut. Aber wir versuchen nicht, hier jede Prophezeiung genau zu bestimmen – wir geben eine Einführung.

In unserer Aussage möchten wir eine gesunde Perspektive geben, warum Prophetie existiert. Unsere Aussage steht im Gegensatz zur Behauptung, dass sich der Grossteil der Prophetie mit der Zukunft befasst, oder dass sie sich auf gewisse Völker konzentriert. Das Wichtigste über Prophetie dreht sich nicht um Völker und nicht um die Zukunft, sondern um Reue, Glaube, das Heil und das Leben hier und heute.

Wenn wir eine Umfrage in den meisten Glaubensgemeinschaften machen würden, bezweifle ich, ob viele Menschen sagen würden, dass Prophetie mit Vergebung und Glauben zu tun hat. Sie denken, dass sie sich auf andere Dinge konzentriert. Aber Prophetie handelt vom Heil durch Jesus Christus, sowie eine Anzahl anderer Dinge. Wenn Millionen auf die biblische Prophetie schauen, um das Ende der Welt zu bestimmen, wenn Millionen Prophetie mit Ereignissen verknüpfen, die noch in der Zukunft liegen, ist es hilfreich, Menschen daran zu erinnern, dass ein Zweck der Prophetie darin liegt, zu offenbaren, dass menschliche Sündhaftigkeit durch das Erlösungswerk Jesu Christi vergeben werden kann.

Vergebung

Ich möchte noch ein paar weitere Dinge über unsere Aussage anmerken. Erstens besagt sie, dass menschliche Sündhaftigkeit vergeben werden kann. Sie sagt nicht menschliche Sünden. Wir sprechen über den grundlegenden Zustand der Menschheit, nicht nur über individuelle Resultate unserer Sündhaftigkeit. Es ist wahr, dass individuelle Sünden durch Glauben an Christus vergeben werden können, aber es ist sogar noch wichtiger, dass unsere fehlerhafte Natur, die Wurzel des Problems, auch vergeben wird. Wir werden niemals die Zeit noch die Weisheit haben, jede Sünde zu bereuen. Vergebung hängt nicht von unserer Fähigkeit ab, sie alle aufzulisten. Vielmehr macht es Christus für uns möglich, dass alle von ihnen, und unsere sündige Natur als Kern davon, auf einen Schlag vergeben werden.

Als Nächstes sehen wir, dass unsere Sündhaftigkeit durch Glauben und Reue vergeben wird. Wir möchten eine positive Garantie dafür geben, dass unsere Sünden vergeben wurden, und dass sie auf Grundlage der Reue und des Glaubens an das Werk Christi vergeben wurden. Dies ist ein Bereich, worum es bei der Prophetie geht. Glaube und Reue sind zwei Seiten der gleichen Münze. Sie kommen praktisch gleichzeitig vor, obwohl der Glaube in der Logik zuerst kommt. Wenn wir bloss unser Verhalten ändern ohne zu glauben, ist dies nicht die Art von Reue, die zum Heil führt. Nur eine Reue, die von Glauben begleitet wird, ist für das Heil wirksam. Der Glaube muss zuerst kommen.

Wir sagen oft, dass wir Glauben an Christus benötigen. Das ist richtig, aber dieser Satz sagt, dass wir Glaube an sein Erlösungswerk benötigen. Wir vertrauen ihm nicht nur – wir vertrauen auch auf etwas, was er getan hat, das uns befähigt, Vergebung zu erlangen. Es war nicht bloss er als eine Person, der unsere Sündhaftigkeit vergibt – es ist auch etwas, was er tat oder etwas, was er tut.

Wir präzisieren in dieser Aussage nicht, was sein Erlösungswerk ist. Unsere Aussage über Jesus Christus besagt, dass er „für unsere Sünden starb“, und dass er „zwischen Gott und Mensch vermittelt“. Das ist das Erlösungswerk, an das wir glauben sollen und wodurch wir Vergebung erlangen.

Theologisch betrachtet können Menschen einfach durch Glauben an Christus Vergebung empfangen, ohne irgendwelche präzisen Glaubensüberzeugungen zu haben, wie Christus in der Lage ist, dies für uns zu tun. Es gibt keine besondere Theorie über den Sühnetod Christi, die erforderlich ist. Es gibt keine besonderen Glaubenssätze über seine Rolle als Mittler, die für das Heil erforderlich sind. Es ist jedoch im Neuen Testament klar, dass unser Heil durch den Tod Christi am Kreuz möglich gemacht wurde, und er ist unser Hohepriester, der für uns eintritt. Wenn wir glauben, dass Christi Werk für unser Heil wirksam ist, dann erfahren wir Vergebung. Wir erkennen ihn an und beten ihn als Erlöser und Herrn an. Wir erkennen, dass er uns in seiner Liebe und Gnade annimmt, und wir nehmen sein wunderbares Geschenk des Heils an.

Unsere Aussage besagt, dass Prophetie sich mit den mechanischen Einzelheiten des Heils befasst. Wir finden dafür Beweise in der Heiligen Schrift, die wir am Ende unserer Aussage zitieren – Lukas 24.

Dort erklärt der auferstandene Jesus zwei Jüngern auf dem Weg nach Emmaus einige Dinge. Wir zitieren die Verse 44 bis 48, aber wir könnten auch die Verse 25 bis 27 einschliessen: „Und er sprach zu ihnen: O ihr Toren, zu trägen Herzens, all dem zu glauben, was die Propheten geredet haben! Musste nicht Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen? Und er fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was in der ganzen Schrift von ihm gesagt war“ (Lk 24,25-27).

Jesus sagte nicht, dass die Heilige Schrift nur von ihm sprach, oder dass jede Prophezeiung von ihm handelte. Er hatte nicht die Zeit, das ganze Alte Testament durchzugehen. Einige Prophezeiungen waren über ihn, und einige handelten nur indirekt von ihm. Jesus erklärte die Prophezeiungen, die am direktesten auf ihn hinwiesen. Die Jünger glaubten einem Teil davon, was die Propheten geschrieben hatten, aber sie waren trägen Herzens, allem zu glauben. Sie verpassten einen Teil der Geschichte, und Jesus füllte die Lücken und erklärte es ihnen. Obgleich einige Prophezeiungen von Edom, Moab, Assyrien oder Ägypten und einige über Israel handelten, waren andere über das Leiden und den Tod des Messias und seiner Auferstehung zur Herrlichkeit. Jesus erklärte ihnen diese.

Beachten Sie auch, dass Jesus mit den Büchern Mose begann. Sie enthalten einige messianische Prophezeiungen, aber der Grossteil des Pentateuchs handelt auf eine andere Weise von Jesus Christus – im Bezug auf die Typologie, in den Ritualen der Opfer und des Priestertums, die das Werk des Messias prophezeiten. Jesus erklärte auch diese Konzepte.

Die Verse 44 bis 48 sagen uns mehr: „Er sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Es muss alles erfüllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose, in den Propheten und in den Psalmen“ (V. 44). Wiederum, er sagte nicht, dass jedes einzelne Detail von ihm handelte. Was er sagte ist, dass Teile, die von ihm handelten, erfüllt werden mussten. Ich denke, wir könnten hinzufügen, dass nicht alles bei seinem ersten Kommen erfüllt werden musste. Einige Prophezeiungen scheinen auf die Zukunft hinzuweisen, auf seine Wiederkunft, aber wie er sagte, sie müssen erfüllt werden. Nicht nur die Prophezeiung wies auf ihn hin – das Gesetz wies auch auf ihn hin, und auf das Werk, das er für unser Heil vollbringen würde.

Verse 45-48: „Da öffnete er ihnen das Verständnis, so dass sie die Schrift verstanden, und sprach zu ihnen: So steht's geschrieben, dass Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage; und dass gepredigt wird in seinem Namen Busse zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern. Fangt an in Jerusalem, und seid dafür Zeugen.“ Hier erklärt Jesus einige Prophezeiungen die ihn betrafen. Prophetie verwies nicht nur auf das Leiden, den Tod und die Auferstehung des Messias – Prophetie wies auch auf die Botschaft von Reue und Vergebung hin, eine Botschaft, die allen Völkern verkündigt werden würde.

Prophetie berührt viele verschiedene Dinge, aber das Wichtigste wovon sie handelt und das Wichtigste, das sie offenbart ist die Tatsache, dass wir durch den Tod des Messias Vergebung erhalten können. Genauso wie Jesus diesen Zweck der Prophezeiung auf dem Weg nach Emmaus betonte, so heben wir diesen Zweck der Prophezeiung in unserer Aussage hervor. Wenn wir an Prophetie interessiert sind, sollten wir sicher sein, dass wir diesen Teil der Passage nicht übersehen. Wenn wir diesen Teil der Botschaft nicht begreifen, wird uns auch alles andere nichts nützen.

Es ist interessant, Offenbarung 19,10 mit dem im Sinn zu lesen: „Das Zeugnis Jesu aber ist der Geist der Weissagung.“ Die Botschaft über Jesus ist der Geist der Prophezeiung. Darum geht es. Das Wesen der Prophetie ist Jesus Christus.

Drei weitere Zwecke

Unser dritter Satz fügt mehrere Details über die Prophetie hinzu. Er sagt: „Die Prophetie verkündet Gott als allmächtigen Schöpfer und Richter über alles und versichert die Menschheit seiner Liebe, Gnade und Treue und motiviert den Gläubigen zu einem gottesfürchtigen Leben in Jesus Christus.“
Hier sind drei weitere Zwecke der Prophetie. Erstens sagt es uns, dass Gott der souveräne Richter über alles ist. Zweitens sagt es uns, dass Gott liebevoll, barmherzig und treu ist. Und drittens, dass Prophetie uns motiviert, richtig zu leben. Schauen wir uns diese drei Zwecke näher an.

Bibelprophetie sagt uns, dass Gott souverän ist, dass er Autorität und Macht über alle Dinge hat. Wir zitieren Jesaja 46,9-11, eine Stelle, die diesen Punkt unterstützt. „Gedenket des Vorigen, wie es von alters her war: Ich bin Gott, und sonst keiner mehr, ein Gott, dem nichts gleicht. Ich habe von Anfang an verkündigt, was hernach kommen soll, und vorzeiten, was noch nicht geschehen ist. Ich sage: Was ich beschlossen habe, geschieht, und alles, was ich mir vorgenommen habe, das tue ich. Ich rufe einen Adler vom Osten her, aus fernem Lande den Mann, der meinen Ratschluss ausführe. Wie ich's gesagt habe, so lasse ich's kommen; was ich geplant habe, das tue ich auch.“

In diesem Abschnitt sagt Gott, dass er uns mitteilen kann, wie alles enden wird, sogar wenn es erst beginnt. Es ist nicht schwer, das Ende vom Anfang zu unterscheiden, nachdem alles passiert ist, aber nur Gott kann das Ende vom Anfang an verkündigen. Sogar in der Antike war er in der Lage, Vorhersagen darüber zu machen, was in der Zukunft passieren würde.

Einige Menschen sagen, dass Gott dies tun kann, weil er die Zukunft sieht. Es ist wahr, dass Gott die Zukunft sehen kann, aber das ist hier nicht der Punkt, auf den Jesaja hinauswill. Was er betont ist nicht so sehr, dass Gott im Voraus sieht oder erkennt, sondern dass Gott in die Geschichte eingreifen wird, um sicherzustellen, dass es passiert. Er wird es herbeiführen, auch wenn er in diesem Fall einen Mann aus dem Osten herbeirufen mag, um das Werk zu tun.

Gott macht seinen Plan im Voraus bekannt, und diese Offenbarung ist es, was wir Prophetie nennen – etwas im Voraus Verkündetes, was geschehen wird. Daher ist Prophetie ein Teil von Gottes Offenbarung seines Willens und Vorhabens. Sodann, weil es Gottes Wille, sein Plan und sein Verlangen ist, stellt er sicher, dass es geschieht. Er wird alles tun, was ihm gefällt, alles, was er tun möchte, weil er die Macht hat, dies zu tun. Er ist über alle Nationen souverän.

Daniel 4,17-24 sagt uns dasselbe. Dies geschieht unmittelbar nachdem Daniel ankündigt, dass König Nebukadnezar sieben Jahre lang den Verstand verlieren wird, und er gibt dann folgenden Grund an: „Und zwar ergeht es als Ratschluss des Höchsten über meinen Herrn, den König: man wird dich aus der Gemeinschaft der Menschen verstossen, und du musst bei den Tieren des Feldes bleiben, und man wird dich Gras fressen lassen wie die Rinder, und du wirst unter dem Tau des Himmels liegen und nass werden, und sieben Zeiten werden über dich hingehen, bis du erkennst, dass der Höchste Gewalt hat über die Königreiche der Menschen und sie gibt, wem er will“ (Dan 4,21-22).

Somit wurde die Prophezeiung gegeben und ausgeführt, damit die Menschen wissen würden, dass Gott der Höchste unter allen Völkern ist. Er hat die Macht, jemanden als Herrscher einzusetzen, sogar den Niedrigsten unter den Menschen. Gott kann die Herrschaft dem geben, dem er sie geben möchte, weil er souverän ist. Das ist eine Botschaft, die uns durch die biblische Prophetie übermittelt wird. Sie zeigt uns, dass Gott Allmacht hat.

Prophetie sagt uns, dass Gott der Richter ist. Wir können das in vielen alttestamentlichen Prophezeiungen sehen, besonders in den Prophezeiungen über Strafen. Gott beschert unangenehme Dinge, weil die Menschen Böses getan haben. Gott fungiert als ein Richter, der die Macht hat, zu belohnen und zu bestrafen, und der die Macht hat, sicherzustellen, dass es ausgeführt wird.

Wir zitieren Judas 14-15 aus diesem Grunde: „Es hat aber auch von diesen geweissagt Henoch, der siebente von Adam an, und gesprochen: Siehe, der Herr kommt mit seinen vielen tausend Heiligen, Gericht zu halten über alle und zu strafen alle Menschen für alle Werke ihres gottlosen Wandels, mit denen sie gottlos gewesen sind, und für all das Freche, das die gottlosen Sünder gegen ihn geredet haben.“

Hier sehen wir, dass das Neue Testament eine Prophezeiung zitiert, die nicht im Alten Testament zu finden ist. Diese Prophezeiung steht im apokryphen Buch 1. Henoch, und wurde in die Bibel übernommen, und sie wurde ein Teil des inspirierten Berichtes, was die Prophezeiung offenbart. Sie offenbart, dass der Herr kommt – das liegt noch in der Zukunft – und dass er der Richter eines jeden Volkes ist.

Liebe, Barmherzigkeit und Treue

Wo sagt uns die Prophetie, dass Gott liebevoll, barmherzig und treu ist? Wo ist das in der Prophetie offenbart? Wir brauchen keine Vorhersagen, um Gottes Charakter zu erfahren, weil er stets derselbe bleibt. Die biblische Prophetie offenbart etwas über Gottes Plan und Tun, und es ist daher zwangsläufig, dass sie uns etwas über seinen Charakter offenbart. Seine Vorhaben und seine Pläne werden uns zwangsläufig offenbaren, dass er liebevoll, barmherzig und treu ist.

Ich denke hier an Jeremia 26,13: „So bessert nun eure Wege und euer Tun und gehorcht der Stimme des HERRN, eures Gottes, dann wird den HERRN auch gereuen das Übel, das er gegen euch geredet hat.“ Wenn sich die Menschen ändern, dann wird Gott nachgeben; er ist nicht darauf bedacht zu strafen; er ist bereit, einen Neuanfang zu machen. Er hegt keinen Groll – er ist barmherzig und bereit zu vergeben.

Als Beispiel für seine Treue könnten wir uns die Prophezeiung in 3. Mose 26,44 anschauen. Dieser Abschnitt ist eine Warnung an Israel, dass sie im Falle des Bundesbruchs besiegt und in die Gefangenschaft geführt würden. Aber dann wird diese Zusicherung hinzugefügt: „Aber wenn sie auch in der Feinde Land sind, verwerfe ich sie dennoch nicht, und es ekelt mich nicht vor ihnen, so dass es mit ihnen aus sein sollte.“ Diese Prophetie betont Gottes Treue, seine Barmherzigkeit und seine Liebe, auch wenn diese spezifischen Worte nicht verwendet werden.

Hosea 11 ist ein weiteres Beispiel von Gottes treuer Liebe. Sogar nach der Beschreibung, wie untreu Israel gewesen ist, heisst es in den Versen 8-9: „Mein Herz ist andern Sinnes, alle meine Barmherzigkeit ist entbrannt. Ich will nicht tun nach meinem grimmigen Zorn noch Ephraim wieder verderben. Denn ich bin Gott und nicht ein Mensch und bin der Heilige unter dir und will nicht kommen, zu verheeren.“ Diese Prophezeiung zeigt Gottes beständige Liebe für sein Volk.

Die Prophezeiungen des Neuen Testamentes versichern uns ebenfalls, dass Gott liebevoll, barmherzig und treu ist. Er wird uns von den Toten auferwecken und uns belohnen. Wir werden mit ihm leben und seine Liebe für immer geniessen. Die biblische Prophetie versichert uns, dass Gott dies zu tun beabsichtigt, und frühere Erfüllungen von Prophezeiungen versichern uns, dass er die Macht hat, es auszuführen und genau das zu tun, was er sich vorgenommen hat.

Motiviert zu einem gottesfürchtigen Leben

Zum Schluss heisst es in der Aussage, dass die Bibelprophetie Gläubige motiviert, ein gottesfürchtiges Leben in Christus Jesus zu führen. Wie geschieht das? Sie gibt uns z.B. eine Motivation, uns an Gott zu wenden, weil uns versichert wird, dass er das Beste für uns will, und wir werden stets Gutes empfangen, wenn wir annehmen, was er uns anbietet, und wir werden letztendlich Böses empfangen, wenn wir es nicht tun.

In diesem Zusammenhang zitieren wir 2. Petrus 3,12-14: „Es wird aber des Herrn Tag kommen wie ein Dieb; dann werden die Himmel zergehen mit grossem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die darauf sind, werden ihr Urteil finden. Wenn nun das alles so zergehen wird, wie müsst ihr dann dastehen in heiligem Wandel und frommem Wesen.“

Wir sollen uns auf den Tag des Herrn freuen, statt ihn zu fürchten, und wir sollen ein gottesfürchtiges Leben führen. Vermutlich wird uns etwas Gutes passieren, wenn wir es tun, und etwas weniger Wünschenswertes, wenn wir es nicht tun. Die Prophetie ermutigt uns, ein gottesfürchtiges Leben zu führen, weil sie uns offenbart, dass Gott diejenigen belohnt, die ihn treu suchen.

In den Versen 12-15 lesen wir: „…die ihr das Kommen des Tages Gottes erwartet und erstrebt, an dem die Himmel vom Feuer zergehen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden. Wir warten aber auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verheissung, in denen Gerechtigkeit wohnt. Darum, meine Lieben, während ihr darauf wartet, seid bemüht, dass ihr vor ihm unbefleckt und untadelig im Frieden befunden werdet, und die Geduld unseres Herrn erachtet für eure Rettung, wie auch unser lieber Bruder Paulus nach der Weisheit, die ihm gegeben ist, euch geschrieben hat.“

Diese Schriftstelle zeigt uns, dass die Bibelprophetie uns ermutigt, jede Anstrengung zu unternehmen, um richtiges Verhalten und richtige Gedanken zu haben, ein gottesfürchtiges Leben zu führen und in Frieden mit Gott zu sein. Der einzige Weg, dies zu tun, ist natürlich durch Jesus Christus. Aber in dieser speziellen Schriftstelle sagt uns Gott, dass er geduldig, treu und barmherzig ist.

Jesu fortwährende Rolle ist hier wesentlich. Frieden mit Gott ist nur möglich, weil Jesus zur Rechten des Vaters sitzt und für uns als Hohepriester eintritt. Das mosaische Gesetz hat diesen Aspekt von Jesu Erlösungswerk vorausgeschattet und vorhergesagt; durch ihn werden wir gestärkt, um ein gottesfürchtiges Leben zu führen, jede Anstrengung zu machen, und von den Flecken, die wir uns zuziehen, gereinigt zu werden. Es ist durch Glauben an ihn als unseren Hohepriester, dass wir die Zuversicht haben können, dass unsere Sünden vergeben wurden und uns das Heil und das ewige Leben garantiert sind.

Die Prophetie sichert uns Gottes Barmherzigkeit und den Weg zu, dass wir durch Jesus Christus gerettet werden können.

Prophetie ist nicht das Einzige, was uns motiviert, ein gottesfürchtiges Leben zu führen. Unsere zukünftige Belohnung oder Bestrafung ist nicht der einzige Grund, gerecht zu leben. Wir können Motivationen für gutes Verhalten in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft finden. In der Vergangenheit, weil Gott zu uns gut war, und in Dankbarkeit für das, was er bereits getan hat, und wir sind willig, das zu tun, was er sagt. Unsere gegenwärtige Motivation für gerechtes Leben ist unsere Liebe zu Gott; der Heilige Geist in uns bewirkt, dass wir ihn in unserem Tun gefallen möchten. Und auch die Zukunft hilft, unser Verhalten zu motivieren – Gott warnt uns vor Strafe, wahrscheinlich weil er möchte, dass diese Warnung uns motiviert, unser Verhalten zu ändern. Er verheisst auch Belohnungen, im Wissen, dass auch sie uns motivieren. Wir möchten die Belohnungen erhalten, die er gibt.

Verhalten war immer ein Grund für die Prophetie. Bei der Prophetie geht es nicht nur um Vorhersagen, es geht auch um darum, Gottes Anweisungen darzulegen. Das ist der Grund, warum viele Prophezeiungen bedingt waren – Gott warnte vor Strafe, und er hoffte auf Reue, damit die Strafe nicht kommen musste. Prophezeiungen wurden nicht als nutzlose Belanglosigkeiten über die Zukunft gegeben – sie hatten einen Zweck für die Gegenwart.

Sacharja fasste die Botschaft der Propheten als einen Aufruf zur Änderung zusammen: „So spricht der HERR Zebaoth: Kehrt um von euren bösen Wegen und von eurem bösen Tun! Aber sie gehorchten nicht und achteten nicht auf mich, spricht der HERR“ (Sach 1,3-4). Prophetie sagt uns, dass Gott ein barmherziger Richter ist, und auf Grund dessen, was Jesus für uns tut, können wir errettet werden, wenn wir ihm vertrauen.

Einige Prophezeiungen haben eine längere Reichweite und hingen nicht davon ab, ob das Volk entweder Gutes oder Böses tat. Nicht alle Prophezeiungen galten diesem Zweck. In der Tat, Prophezeiungen kommen in einer solch weiten Vielfalt, dass es schwer zu sagen ist, ausser in einem allgemeinen Sinne, zu welchem Zweck alle Prophezeiungen dienen. Einige sind für diesen, einige für jenen Zweck und es gibt einige, von denen wir nicht sicher sind, wozu sie dienen.

Wenn wir versuchen, eine Glaubensaussage über etwas so Mannigfaltiges wie Prophetie zu machen, werden wir eine allgemeine Aussage machen, weil dies akkurat ist: Biblische Prophetie ist einer der Wege, durch die uns Gott sagt, was er tut, und die generelle Botschaft der Prophetie informiert uns über das Wichtigste, was Gott tut: Sie führt uns zum Heil durch Jesus Christus. Prophetie warnt uns von
dem kommenden Gericht, sie versichert uns der Gnade Gottes und ermutigt uns daher, zu bereuen und
uns dem Programm Gottes anzuschliessen.

Michael Morrison


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